Wappen der Stadt Danzig

Die "Freie Stadt Danzig"

Die "Freie Stadt Danzig" war das Ergebnis des für Deutschland verlorenen 1. Weltkrieges. Im sogenannten Versailler Vertrag legten die Siegermächte Strafen und Reparationen fest, die unter anderem auch Danzig betrafen. 

Ein riesiges Gebiet von 1.951 qkm mit 410.000 Einwohnern, in dem auch die alte Hansestadt Danzig lag, wurde am 10. Januar 1920 vom Deutschen Reich abgetrennt. Danzig wurde nach Artikel 102 ein eigenständiger Staat mit eigener Posthoheit und später auch eigener Währung. Erst mit Ausbruch des 2. Weltkrieges, dessen Auftakt in Danzig, auf der Westernplatte, stattfand, wurde Danzig vorrübergehend wieder Teil des Deutschen Reiches.

Das Gebiet der "Freien Stadt Danzig"

nach dem 10. Januar 1920

80 Poststellen gab es in Danzig und 308 Freimarken / Blöcke gab die Post heraus. Dazu kommen noch 51 Dienstmarken und 47 Portomarken. Eine zusätzliche Besonderheit bieten die Marken der "Polnischen Post" in Danzig, die von 1925 – 1938 auch  37 Marken heraus gab.

Viele dieser Marken sind preiswert und sehr gut erhalten zu bekommen. Andere dagegen sind sehr teuer, wie etwa der "Kleine Innendienst" und der "Große Innendienst". Um die Spanne zu verdeutlichen: Während ein Großteil der Marken für Pfennige oder für einige Mark zu bekommen ist, kosten die 3 Marken des Großen Innendienstes laut Michel 1999 gestempelt 25.000 Mark.

Es gibt eine riesige Menge an Bildpostkarten, Postkarten, Markenheftchen und andere zusätzliche Danziger Belege. Danzig ist bei vielen Sammlern sehr beliebt und das war schon seit 1920 so. Das hat dazu geführt, dass es viele Fälschungen von Aufdrucken und Stempeln gibt. 

Deshalb: Wer Danzig sammelt, sollte nur geprüfte Marken kaufen und seine Bestände grundsätzlich prüfen lassen; viele Sammler weigern sich sonst , diese Marken anzunehmen. Die Adressen der aktuellen Prüfer gibt es im Internet und im Michel-Katalog.

Trotz dieser Fälschungsproblem ist gerade Danzig ein herrliches Sammelgebiet, das bei vielen Marken diverse Untertypen, Farbabweichungen und Stempelbesonderheiten kennt. Die ARGE Danzig ist hier eine gute Hilfe. Ich bin seit Jahren Mitglied und die zahlreichen Ausarbeitungen der Spezialisten sind mehr als wertvoll.

Auch die Luftpost, einschließlich der Zeppelinpost, ist eine Facette der Danzig-Philatelie. Danzig hat eine große Zahl Marken mit Luftpostmotiven heraus gegeben. Der Danziger Flughafen lag in Danzig-Langfuhr.

Luftpostbrief nach Nierstein am Rhein. Am 24. 7. 1923 auf dem Postamt Danzig 5 aufgegeben und am 28. 7. 1923 angekommen. Frankiert (Inflationszeit!) mit 650 Mark. Michel-Nr. 133, 135, 137. Er ist portogerecht frankiert.

Eine Besonderheit sind die zahlreichen Ortsstempel, denn im Gebiet gab es 83 Postorte mit 103 Stempeln, sowie 29 Poststellen mit Gummistempeln, die neben der Frankatur anzubringen waren. Außerdem gab es 21 Bahn- und 2 Kraftpoststempel und nicht zu vergessen: In der Übergangszeit wurden zahlreiche Stempel als aptierte Stempel eingesetzt und Aushilfsentwertungen vorgenommen.

Noch ein Hinweis: Man kann, wie ich es auch mache, das Sammelgebiet Danzig natürlich erweitern, indem man nicht erst mit 1920 beginnt. Im Prinzip lässt sich Danzig von der markenlosen Zeit (Vorphilatelie) über die Zeit des Deutschen Reiches, der Freistaatzeit und danach  bis 1945 sammeln.

Im Fall Danzig bietet sich auch ein Sammlungsaufbau an, in dem man Geldscheine (aus der Inflation oder spätere Guldenwährung) mit aufnimmt. Da genügen aber Einzelstücke, denn die Scheine sind heute sehr teuer.

Michel-Nr. 100 Y b (geprüft Erdwin und INFLA), Randstück, Stempelabschlag vom 23.2.1923 im Danziger Seebad Zoppot.